Moving Mountains

Kossi S. Aholou-Wokawui / Antonin Comestaz/ Helge Letonja

Foto: Marianne Menke

Die Fähigkeit, Berge zu versetzen, ist eine zutiefst menschliche. Dieser besondere Tanzabend mit drei eigenständigen Choreografien greift das Leitmotiv der Bewegung von substanzieller Masse als schöpfende Kraft auf. Das kann die Masse Mensch einer Gesellschaft sein oder die inspirierende Größe einer Gebirgslandschaft. Letzteres gab dem Abend die Initialzündung: Die in Bremen ansässige internationale Tanzkompanie Of Curious Nature, die alle drei Stücke performt, ist seit dieser Spielzeit eng verbunden mit dem Teo Otto Theater in Remscheid. Das Bergische Land inspirierte Helge Letonja, dessen aktuelle, wenn auch nicht ursprüngliche Heimat sich durch rein horizontale Topographie definiert. Als gebürtiger Österreicher kennt er jedoch die Urgewalt der Berge, die direkt oder auch sinnbildlich ein Kraftzentrum bilden, das sich in einem immerwährenden, unaufhaltsamen Prozess der Veränderung befindet und dadurch Kreativität befeuert. Die Linienführung, die die Kunst sich abschaut von der Natur, gerät hier in Bewegung – aus der Waagerechten wird die Senkrechte, die im Tanz ihr Recht einfordert.
Letonja kreiert zu diesem Thema Körperbilder, die in anthropomorphen Umformungen, in kreativem Schaffen aufgehen. Seine Protagonist*innen schaffen Kunst mit ihren Körpern, der Tanz findet seinen Resonanzraum im Gegenüber des Publikums. Da kommt etwas Unaufhaltsames in Bewegung.
Der zweite tänzerische Entwurf zum Thema stammt von Antonin Comestaz, der als Choreograf über ein einfallsreiches und detailliertes Tanzvokabular verfügt, das er immer wieder neu kombiniert mit Elementen aus Folk, Pantomime, Breakdance, Ballett, zeitgenössischem Tanz und Cartoons. Innerhalb eines Stückes kann es zu drastischen Verschiebungen von Stilen und Genres kommen, einem Erdrutsch in den Bergen gleich, faszinierend, plötzlich atemberaubend, gefährlich.
Die dritte Choreografie des Abends kreiert Kossi S. Aholou-Wokawui. Seine Tanzsprache begann sich in seiner ursprünglichen Heimat Togo auszuformen und steht nun dem zeitgenössischen europäischen Tanz, den er virtuos als Tänzer und als Choreograf beherrscht, gegenüber
– ein äußerst attraktiver Stresstest der unterschiedlichen Stile und Traditionen im wuchtigen tänzerischen Zusammenprall. Berge versetzen gehört zu Aholou-Wokawuis kreativem Alltag, wenn er aus den Begegnungen der Kulturen Kraft schöpft und Bewegung destilliert.
Das Bild der Moving Mountains nehmen die drei Choreografen zum Ausgangspunkt ihrer Recherchen für ihren gemeinsamen Abend. Die tänzerische Bewegung wird dabei dreimal individuell auf ihre schöpferische Kraft befragt.

Choreografie: Antonin Comestaz, Kossi Sébastien Aholou-Wokawui, Helge Letonja | Choreografische Assistenz, Trainingsleitung: Keith Chin | Tanz: Kossi Sébastien Aholou-Wokawui, Dori Yen Chu Ku, Casey Hess, Daria Hordiichuk, Myles Langston Hunter, Noémie Larcheveque, Xavier Lott, Daiana Mankovska, Virginia Michailidou, Andrea Scarfi, Alice Zucconi | Produktion: steptext dance project und Teo Otto Theater Remscheid

Vorstellungen

Premiere: 25. Februar 2023 | 19:30 Uhr
Teo Otto Theater Remscheid

3. März 2023
TanzTage Iserlohn

16., 18. März 2023 | 20:00 Uhr
19. März 2023 | 16:00 Uhr
Schwankhalle Bremen

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